Der Edersee

Der Edersee mit Blick vom Schloss Waldeck

Der Edersee mit Blick vom Schloss Waldeck

Der Edersee, auch Ederstausee genannt, ist mit 11,8 km² Wasseroberfläche und mit 199,3 Mio. m³ Stauraum der flächenmäßig zweit- und volumenmäßig drittgrößte Stausee in Deutschland und liegt am Fulda-Zufluss Eder hinter der 48 m hohen Staumauer der Edertalsperre bei der Kernstadt von Waldeck im Landkreis Waldeck-Frankenberg.

Ein Zitat aus Wikipedia. Klingt ziemlich unromantisch, oder? Der Edersee ist kein natürlicher See, sondern er entstand durch das Wasserstraßengesetz von 1905. Um die Wasserstraßen auch in warmen Sommermonaten schiffbar zu halten, beschloss man den Bau mehrerer Talsperren. 1908 begann der Bau der Edertalsperre, 1914 sollte sie von Kaiser Wilhelm II. seiner Bestimmung übergeben werden, was jedoch durch den Ausbruch des ersten Weltkriegs nicht gelang. So nahm die Talsperre ohne den Kaiser ihren Betrieb auf.
Der Bau der Edertalsperre schuf für die anliegende Bevölkerung leider eine Menge Probleme. Die Dörfer Berich, Bringhausen und Asel mussten dem Edersee weichen. Ca. 900 Menschen mussten umgesiedelt werden. Der unglückliche Umstand von damals ist heute sehr interessant. Bei niedrigem Wasserstand des Edersees kann man die Ruinen des Dorfes Berich erkunden. Die Aseler Brücke ist, nach einer Restauration, nach Ihrem Auftauchen aus den Fluten vollständig begehbar und ein beliebtes Ausflugsziel.

Edertalsperre Bombenangriff 1943

Quelle: Bundesarchiv, Bild 183-C0212-0043-012 / CC-BY-SA

Die Zerstörung der Sperrmauer

Noch schlimmer als die Umsiedlung traf die Menschen am Edersee der 17. Mai 1943. Ein britischer Bomber überflog in geringer Höhe den Edersee und ließ eine vier Tonnen schwere Rotationsbombe, die auf dem Wasser sprang wie ein flacher Stein, auf den See fallen. Diese Bomben wurden extra für Angriffe auf Talsperren konstruiert, um durch die niedrige Flughöhe den üblichen Abwehranlagen zu entgehen.
Die Rotationsbombe traf genau ihr Ziel und riss ein 70 Meter langes und 22 Meter tiefes Loch in die Sperrmauer. Die direkt anschließende Flut ins Tal nahm alles mit sich: Eisenbahnstrecken, Häuser, Fabriken. Bis nach Kassel erstreckte sich die Flut. Über die Opferzahlen ist man sich bis heute uneins. Von 47 oder ca. 70 Menschen die der Flutwelle zum Opfer gefallen sind, ist die Rede. Ein ähnliches Schicksal ereilte zur gleichen Zeit die Möhnetalsperre.

Heute – Stromgewinnung und Ferienregion

Hätten die Bewohner der versunkenen Dörfer gewusst, wie attraktiv der Edersee heute für den Tourismus ist, wäre die Umsiedlung bestimmt mit noch mehr Problemen behaftet. Die Edertalsperre dient aber immer noch ihrem eigentlichen Zweck: Der Regelung des Wasserpegels auf den Wasserstraßen. Die Talsperre nutzt die Wasserkraft zur Erzeugung von Strom und das schon lange vor dem heutigen Trend zum Ökostrom.
Besonders als Urlaubsort erfreut sich der Edersee aufgrund seiner vielfältigen Möglichkeiten, ungebrochen als beliebte Urlaubsregion für Wanderer, Badeurlauber, Surfer und Segler. Der Nationalpark Kellerwald unterstreicht die Verbindung zur Natur. Campingplätze, Ferienwohnungen, Hotels und Pensionen bieten für jeden Geschmack die richtige Unterkunft und Erholung.

Edertalsperre

Blick auf die Talsperre vom Aquapark Hemfurth

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